Wissenschaftlichen Kolloquium Hochspannungstechnik des IFHT

28.06.2019
 

Am vergangenen Freitag fand zum 42. mal das Wissenschaftliche Kolloquium Hochspannungstechnik des IFHT statt. Drei Jubiläen galt es zu feiern: den 80. Geburtstag von Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Pietsch, den 85. Geburtstag von Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Klaus Möller und den 90. Geburtstag des Rogowski-Gebäudes der RWTH.

Die Jubilare

Professor Pietsch ist seit 1975 an der RWTH tätig. In seiner aktiven Zeit umfassten seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung die Grundgebiete der Elektrotechnik und Gasentladungstechnik. Professor Pietsch gestaltete in seiner aktiven Zeit sehr engagiert die Ausrichtung der Energietechnik an der RWTH mit - z.B. in der Senatskommission. Wissenschaftlich forschte er insbesondere in den Bereichen der Grundlagenuntersuchungen zu dielektrischen Barrieren-Entladungen mit Anwendungen in der Plasmachemie sowie der Modellierung und der experimentellen Untersuchung von Hochstromlichtbögen. Bis 2008 war Professor Pietsch noch in der Lehre und Forschung des IFHT aktiv. Zudem war er als Gutachter und Berater in verschiedenen Berufsorganisationen und für mehrere internationale Zeitschriften und Forschungsförderungsorganisationen tätig.

Das zweite Jubiläum galt dem 85. Geburtstag von Professor Möller. Er war von 1973 – 2001 Direktor des Instituts für Allgemeine Elektrotechnik und Hochspannungstechnik an der RWTH. Im Laufe seiner beruflichen Laufbahn engagierte er sich in hochrangigen nationalen und internationalen Gremien der Elektro- und Hochspannungstechnik sowie in mehreren Fachorganisationen.

Beide Jubilare verbindet nicht nur die Leidenschaft für ihre wissenschaftlichen Fachgebiete. Sie verbindet auch die Freude an der Musik und hier insbesondere zum Chorgesang: Professor Pietsch ist Mitbegründer des Paul-Gerhardt-Chores und Professor Möller leitete von 1982 – 1999 das „Collegium Musicum“ an der RWTH Aachen.

Das dritte Jubiläum feierte der Bau, in dem die beiden genannten Jubilare forschten und lehrten – das Rogowski-Gebäude wurde 90 Jahre alt.1929 fertiggestellt ist es benannt nach Walter Rogowski, der maßgebliche Erfindungen im Bereich der Hochspannungstechnik gemacht hat. So gelang es ihm 1925, den zeitlichen Verlauf einer Wanderwelle erstmals experimentell nachzuweisen. Für seine Verdienste erhielt Rogowski mehrere Auszeichnungen, u.a. wurde er 1947 als Namensgeber des Instituts für Elektrotechnik der RWTH geehrt.

Das Kolloquium

Das Kolloquium, an dem über 200 Gäste aus Industrie und Wissenschaft teilnahmen, wurde eröffnet von Professor Moser, dem kommissarischen Leiter des IFHT. Neben Gratulationswünschen für die Jubilare ging er auf die anstehenden strukturellen Veränderungen in der Energietechnik an der RWTH ein und stellte die Zukunftsvision für diesen Bereich vor. Der Prorektor für Forschung an der RWTH, Professor Wessling, unterstrich die Notwendigkeit der RWTH-internen Clusterbildung in zentralen Forschungsfeldern, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten zu können. Professor Kerner, dessen Fachgebiet die Geschichte ist, begeisterte das Auditorium mit einem humorvollen und kurzweiligen Vortrag zum Thema des Alters. Der erste Teil der Veranstaltung wurde von Professor Möller mit Ausführungen zur historischen Entwicklung der Hochspannungstechnik seit Rogowski beschlossen.

Der Nachmittag begann mit einer hochkarätig besetzten Expertenrunde zum Thema „Wandel der Hochspannungstechnik im Kontext der Megatrends Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung“.

Dipl.-Ing. Michael Rohde, Geschäftsführer Maschinenfabrik Rheinhausen GmbH, zeigte auf, welche Potentiale der klassischen Komponenten der Hochspannungstechnik durch die Digitalisierung gehoben werden können. Professor Stepken, Vorsitzender des Vorstands TÜV SÜD AG, sprach über die wichtige Rolle der Zertifizierung für den sicheren Betrieb unseres Energiesystems. Professor Tenbohlen, Leiter des Instituts für Energieübertragung der Universität Stuttgart, betonte, dass bei allem Hype um Dezentralisierung und Digitalisierung das Wissen über die Komponenten nicht vernachlässigt werden sollte. Professor Schnettler vertrat die Auffassung, dass power to gas eine der zentralen Zukunftstechnologien im Rahmen der Energiewende werden wird.

Höhepunkt der Veranstaltung war die feierliche Überreichung des HTG-Preises. Die Hochspannungstechnische Gesellschaft an der RWTH e.V. (HTG) ist der Ehemaligenverein des IFHT

 

Impressionen