EU Kommission fördert das Projekt Plan4Res

Das IFHT gewinnt den Zuschlag für das EU-Projekt „Plan4Res” zur Entwicklung von Tools für die Planung und den Betrieb eines sektorengekoppelten elektrischen Energiesystems. Das Projekt „Plan4Res“ ist Teil des Forschungsvorhabens H2020 LCE 05 – 2017 – “Tools and technologies for coordination and integration of the European energy system”.

Horizon 2020
Das Projekt startet zum 01. November 2017 und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Das Institut für Hochspannungstechnik hat das Projekt gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft beantragt. Für das IFHT werden die Abteilungen Nachhaltige Übertragungssysteme und Nachhaltige Verteilungssysteme das Projekt bearbeiten.

Projektziel

Die Energiewende verfolgt das Ziel der Dekarbonisierung des Energiesystems. Der hierzu erfolgende Ausbau volatiler erneuerbarer Energien, der resultierende steigende Flexibilitätsbedarf in Markt und Netzbetrieb, die Kopplung verschiedener Energiesektoren sowie die aus diesen Aspekten steigenden (netz-)technischen und systemischen Anforderungen führen zu einer erhöhten Komplexität im Rahmen der Energiesystemanalyse.

Ziel des Projekts Plan4Res besteht in der umfangreichen Berücksichtigung dieser zunehmenden Komplexität im Rahmen von End-to-End-Planungstools und Tools zur Betriebssimulation zukünftiger Energiesysteme auf zentraler und dezentraler Ebene. Technologische und marktseitige Unsicherheiten, neue Technologien und eine verstärkte Kopplung zwischen den Energiesektoren Strom, Wärme, Verkehr und Gas werden in einem synergistischen Ansatz betrachtet. Die Tools dienen der Unterstützung europäischer Systemplaner sowie Energieversorgungsunternehmen und Technologiekonzernen bei der strategischen und technologischen Ausrichtung als auch politischen Entscheidungsträgern und Regulatoren bei der Analyse der Wirksamkeit verschiedener politischer Maßnahmen.

Zur Erreichung dieses Ziels werden sowohl energietechnische, mathematische als auch programmiertechnische Lösungen untersucht. Dies wird durch die Kombination technischer Innovationen in der Entwicklung mathematischer Modelle geschaffen – weg vom „monolithischen Ansatz“, der bisher in der Wissenschaft vorherrschend war. Stattdessen wird ein System angestrebt, in dem eine Vielzahl von Modellen in einer funktionalen Hierarchie geordnet werden und alle zusammen synergistisch zur Analyse des Gesamtsystems beitragen.

Konsortium

Das Projektkonsortium besteht aus Partnern mit breiter Expertise, die das gesamte Know-how im Energiesystem abdecken:

  • Marktakteure, die sicherstellen, dass die tatsächlich relevanten Probleme angegangen werden
  • Expertise im Energiesektor durch akademische und industrielle Partner
  • Wissenschaftler im Bereich mathematischer Methoden mit ausgeprägtem Fachwissen
  • Informatiker und Ingenieurwissenschaftler, die die Effizienz der entwickelten Tools gewährleisten

Insbesondere wird das von Electricité de France SA (EDF) geführte Konsortium gebildet durch:

  • RWTH Aachen, Institut für Hochspannungstechnik, Deutschland
  • Siemens AG Corporate Technology, Deutschland
  • Cray Schweiz GmbH, Schweiz
  • Imperial College London, Großbritannien
  • Zuse Institut Berlin (ZIB), Technische Universität Berlin, Deutschland
  • Department of Computer Science, Universität Pisa, Italien

Kontakt

Christoph Müller, M.Sc.
Abteilungsleiter Nachhaltige Übertragungssysteme
Tel.: 0241/80 90149
E-Mail: mueller@ifht.rwth-aachen.de