Thema des 2. Rogowski-Themenabends hochaktuell: „Digital Energy: Der Weg zum Blackout?“

Auch wenn der weltweite Angriff von „WannaCry“ am Wochenende keine Beeinflussungen des Energiesystems zur Folge hatte, war das Thema des 2. Rogowski-Themenabends, der am 10.05.2017 stattfand, hochaktuell. Vier Experten der Energiewirtschaft diskutierten zusammen mit rund 200 Teilnehmern am 10.05.2017 zum Thema „Digital Energy: Der Weg zum Blackout?“.

Herr Dr. Kleinekorte (Technischer Geschäftsführer der Amprion GmbH) erläuterte, dass er die Digitalisierung der Energiebranche aufgrund des weiterhin steigenden Bedarfs an elektrischer Energie durch die „digitale Kohäsion des IoT“ für notwendig hält. Er warnte jedoch vor einer Vernachlässigung der technischen Grenzen des Netzbetriebs bei der Realisierung neuer Geschäftsmodelle, wie beispielsweise der Vermarktung von Erneuerbaren Energien durch Virtuelle Kraftwerke.

Demgegenüber sprach sich Herr Dr. Fluhr (Abteilungsleiter IT-Systeme und -Services der Next Kraftwerke GmbH) für eine Stärkung neuartiger Vertriebsmöglichkeiten aus, die durch die Digitalisierung möglich werden. Er stellte die hohen Standards bei IT-Sicherheit in dem Geschäftsfeld der Virtuellen Kraftwerke dar und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass technische Vorgaben durch den Übertragungsnetzbetreiber notwendig sind.

Als wissenschaftlicher Vertreter der Kommunikationstechnik regte Herr Professor Decker (Institutsleiter des Fraunhofer FIT) an, in der Energiewirtschaft aus der digitalen Transformation anderer Wirtschaftsbereiche zu lernen. Auch in der Stromversorgung müsse man an Geschwindigkeit im Transformationsprozess zulegen, ganz im Sinne von „rough consensus and running code“.

Herr Althoff (Geschäftsführer der P3 communications GmbH) beleuchtete die technische Realisierung durch mobile Kommunikationsstrecken und stellte heraus, dass die technischen Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb der Stromnetze bereits heute durch die 4G-Technik abgedeckt werden.

Die Frage bleibt, ob die konservative Energiebranche mit der Geschwindigkeit der digitalen Transformation mithalten kann, oder ob sie von den neuartigen Geschäftsmodellen nicht vollends verdrängt wird. Nach der von Herrn Professor Schnettler moderierten Veranstaltung nutzten die Gäste das Angebot, sich beim Get-Together zu erfrischen und die lebhafte Diskussion im lockeren Rahmen mit den Referenten fortzuführen.

Wir danken allen Beteiligten für die sehr gelungene Veranstaltung und freuen uns auf den nächsten Themenabend!

 

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